Klassische Optionsscheine und Knock-Out-Zertifikate

Neben CFDs können Sie alternativ auch mit Optionsscheinen und Knock-Out-Zertifikaten auf steigende und fallende Kurse spekulieren.

Optionsscheine und Knock-Out-Zertifikate werden von vielen Banken angeboten. Beide können entweder direkt mit dem Emittenten oder aber über die Börse – zum Beispiel Frankfurter Wertpapierbörse, Segment Scoach oder Börse Stuttgart, EUWAX – gehandelt werden. Die Emittenten stellen im Normalfall An- und Verkaufspreise für die von ihnen begebenen Zertifikate, bieten jedoch keine Market Maker-Garantie. Ebenso wenig gibt es garantierte Stop Loss-Orders. Auch eigene Handelsplattformen der Emittenten werden nicht angeboten. Orders erteilen Sie typischerweise über Ihre Bank, die An- und Verkaufsspesen berechnet.

In-the-Money-Optionsscheine

Beispiel: Call

In-the-money-Optionsscheine zeichnen sich dadurch aus, einen Basiswert – hier den DAX – zu einem Preis kaufen oder verkaufen zu dürfen, der weit unter (über) dem aktuellen Kursniveau liegt. Beispiel: Sie haben das Recht, den DAX zum Preis von 6.500 – Basispreis – zu erwerben, der aktuell rund 1.000 Punkte höher notiert. Dieses Kaufrecht kostet mindestens 1.000 Punkte – die Differenz aus DAX und Basispreis. Die 1.000 Punkte stellen den inneren Wert der Option dar – die Option ist „In-the-money“. Da ein Punkt laut Emittent häufig 0,01 Euro wert ist (Bezugsverhältnis 0,01) kostet ein Optionsschein mindestens 10 Euro.

Hinzu kommt der so genannte Zeitwert, der für die Restlaufzeit der Option gezahlt werden muss. Die Höhe des Zeitwerts ist von mehreren Komponenten abhängig, was Optionsscheine grundsätzlich im Vergleich zu CFDs komplizierter macht.

Die Kurschancen, oder besser die Volatilität bzw. die angenommene Schwankungsbreite/-intensität des Basiswerts der Option ist ein wesentlicher Faktor der auf den Zeitwert wirkt. Je höher die Volatilität desto höher der Zeitwert, desto höher der Preis der Option.Der Einfluss der Volatilität ist zwar bei „In-the-money“-Optionsscheinen nicht sehr groß, aber dennoch kann es passieren, dass bei fallender Volatilität trotz konstanter Kurse des Basiswerts Verluste eintreten, die bei CFDs nicht auftreten, da die Volatilität CFDs in der Preisbildung nicht beeinflusst.

Übersichten und Informationen zu „In-the-money“-Optionsscheinen finden Sie im Internet
(Quelle: Onvista) - www.onvista.de.

Wie bei CFDs entsteht durch den geringeren Kapitaleinsatz im Optionsschein ein Hebel. Die Preisbewegung des Basiswerts wird bei tief im Geld liegenden Optionsscheinen nahezu 1:1 abgebildet. Nähert sich der Kurs jedoch dem Basispreis oder fällt darunter (Call) bzw. steigt darüber (Put), so vollzieht der Optionsscheinpreis die Preisbewegungen nur teilweise nach. Dies kann zum Beispiel bei einem Call und fallenden Kursen ein Vorteil sein, da die Optionsscheine nur unterproportional an Wert verlieren.

Der maximale Verlust mit Optionsscheinen steht – anders als bei CFDs – von vornherein fest: Ein möglicher Vorteil der Optionsscheine gegenüber den CFDs.Mehr als die Optionsscheinprämie können Sie nicht verlieren. Dies wäre jedoch Ihr gesamter Kapitaleinsatz. Sie sollten also auch hier versuchen, Verluste zu begrenzen. Stop Orders sind aber leider nicht üblich bei Optionsscheinen, da sich die Preise von Optionsscheinen sprunghaft verändern können.