Risikomanagement - Moneymanagement

Angenommen, Ihr oberstes Ziel ist es in einem Jahr mindestens Ihr Bruttovermögen in Höhe von 220.000 Euro zu erhalten, aber mit einem kleinen Kapitalbetrag größere Gewinnchancen wahrzunehmen. Bei Annahme eines Zinssatzes von 5%, müssten Sie etwa 209.500 Euro, vereinfacht 210.000 Euro zu 5% anlegen, um in einem Jahr sicher 220.000 Euro zu haben.

*Die Differenz ist frei:

  • Trading-Kapital: 10.000 Euro (10.500 Euro)

*Nicht berücksichtigt ist ein zusätzlicher Inflationsausgleich.

Von diesem Geld sollte pro Geschäft auch nur ein kleiner Teil verloren gehen können, ansonsten hätten Sie bereits nach einem Geschäft keine Handelsmöglichkeiten mehr. Die gängige Möglichkeit den Verlust pro Geschäft zu begrenzen, bieten so genannte Stop-Aufträge. Besser noch sind garantierte Stop-Aufträge, die nur bei CFDs möglich sind.

Angenommen, Sie legen fest, dass pro Geschäft zu Beginn nicht mehr als 200 Euro verloren werden dürfen. Damit hätten Sie 50 Handelsmöglichkeiten, wenn Sie stets den vollen Einsatz verlieren würden.

  • Risikokapitel pro Trade: 200 Euro
  • Risikokapital in % prakt. freies Handelskapital: 2%
  • Anzahl möglicher Geschäfte (worst case): 50
  • CFD Margin bei Aktien: 5%

Jetzt müssen Sie ermitteln, wie viele CFDs Sie kaufen oder verkaufen können, wenn Sie einen bestimmten Stop-Kurs ausgewählt haben oder welchen Stop-Kurs Sie bei einer gewählten Anzahl von CFDs wählen müssen, damit der Verlust 200 Euro nicht übersteigt.

a. Festlegung des Stop-Kurses bei vorgegebener Anzahl CFDs: Sie kaufen 100 CFDs auf Daimler-Aktien, Kurs 60. Margin: 300 Euro. Risikokapital: 200 Euro.

  • 60 Euro – Stop-Kurs x 100 CFDs = 200 Euro
  • = > Stop-Kurs = 58,00 Euro

b. Festlegung der Anzahl CFDs bei gegebenem Stop-Kurs: Sie legen fest, dass Sie pro CFD nicht mehr als 1 Euro Verlust machen möchten. Risikokapital: 200 Euro.

  • 60 Euro – 59,00 Euro x Anzahl CFDs = 200 Euro
  • = > Anzahl CFDs = 200
  • = > Margin 200 CFDs x 60 Euro x 5% = 600 Euro

Betrachten wir den ersten Fall genauer: Die CFDs werden nach Erreichen des Kurses 58,00 zum nächst besten Preis verkauft. Dies kann der Kurs 58,00 sein oder ein anderer, niedrigerer Kurs. Eine vollständige Sicherheit haben Sie in diesem Falle also nicht. Stellen Sie sich vor, der Preis der Daimler-Aktie notiert am Abend bei 58,50 Euro, also kurz vor bzw. über dem Stop-Kurs. Nach Börsenschluss verkündet die Gesellschaft eine Ad-hoc-Mitteilung, die größere Verluste durch eine Tochterfirma zum Inhalt hat.

Zu Börsenbeginn am nächsten Tag lautet der erste

Kurs der Aktie 57,00 Euro. Ihre Stop Order wird ausgelöst und Sie verkaufen die CFDs zu 57,00 Euro. Der Verlust beträgt – 300 Euro – also die gesamte hinterlegte Sicherheitsleistung und deutlich mehr als die festgelegten maximalen Verluste pro

Geschäft in Höhe von 200 Euro. Die Lösung dieses Problems sind garantierte Stop-Aufträge:

Bei einem garantierten Stop-Auftrag garantiert Ihnen Ihr CFD-Broker die Ausführung Ihrer Order zum Stop-Kurs. In unserem Beispiel garantiert der Broker die Ausführung zu 58,00 Euro. Damit ist der Verlust tatsächlich auf 200 Euro begrenzt.

Natürlich ist nichts umsonst auf der Welt. Für die Garantie zahlen Sie dem Broker eine Gebühr oder besser eine Risikoprämie. Angenommen, dies sind 20 Euro für die Stop Order, so müssten Sie diese Kosten bei der Berechnung des Stop-Kurses oder der Anzahl CFDs mit einkalkulieren.