Fibonacci oder "Natures Law"

Sie kennen das? Die Kurse steigen und steigen – ein schöner Aufwärtstrend, doch irgendwann kippt die Bewegung und es geht abwärts. Doch bis wohin geht die Korrektur, das so genannte Retracement? Ab welcher Korrektur ist der bisherige Trend nicht mehr intakt? Und woher kommen bekannte typische Retracements?

Bereits Charts Dow, der zusammen mit Edward Jones im Jahre 1884 erstmals den Dow/Jones-Index veröffentlichte, beobachtete seinen Index und unterteilte die Bewegungen grundsätzlich in drei Trends: Primär-, Sekundär- und Tertiärtrends. Werden bei Flut immer höhere Punkte am Strand erreicht, so entspricht dies im Primärtrend der generellen Aufwärtsbewegung. In der nachfolgenden Ebbe, gehen die Kurse wieder zurück. Sekundärtrends korrigieren die langfristigen Primärtrends laut Dow typischerweise zwischen 1/3 und 2/3 der vorigen Bewegung, wobei 33%, 50% und 66% am bekanntesten sind.

Ralph Nelson Elliot erweiterte die Gedanken von Dow. Wie er, stand er am Strand und betrachtete die Wellen …

In seinem Buch „Natures Law – Secret of the Universe“ beschreibt er ein umfangreiches Wellensystem, das aus Antriebs- und Korrekturwellen besteht. Bei ihm liegen die Korrekturen bei 38%, 50% und 62%. Doch woher kommen diese Zahlen und warum sollen sie gelten? Die Zahlen bei Elliot gehen auf eine Zahlenreihe zurück, die Leonardo Fibonacci bereits im 13. Jahrhundert entdeckte.

Bildet man das Verhältnis zweier aufeinander folgender Zahlen der Zahlenfolge zueinander, so nähert sich das Ergebnis den 62% an:  1:2 = 0.5 (50%), 2:3 = 0.66 (66%), …21:34 = 0.6176, also rund 62%. Teilt man eine Zahl durch die übernächste Zahl, so nähert sich das Ergebnis den 38% an, z.B. ergibt bereits 13:34 0.3823, also 38%.

Die Zahlenreihe beschreibt dabei eine Wachstumsentwicklung („Hasenplage“), die in unserem Weltall an vielen Stellen zu finden ist. Beispielsweise sind Schneckenhäuser oder Spiralnebel im Universum ebenso wie unsere Gehörwindungen nach dieser Zahlenfolge kreiert. Die Zahlenverhältnisse finden sich beispielsweise auch in der Kunst im „Goldenen Schnitt“ und laut Elliot – und vielen anderen technischen Analysten - als eine Art „Naturgesetz“ im wirtschaftlichen Auf und Ab, das sich in den Börsenkursen ausdrückt.

(Quelle: tradesignalonline.de)

Die Kurse sollten bei einer möglichen Korrektur auf etwa 112, 105 oder 97 fallen.

Wann Korrekturen stattfinden und wie stark diese ausfallen, kann mit den Fibonacci-Zeitzonen und Fibonacci-Retracements vorhergesagt werden.

Alles pure Esoterik? Beachten Sie bitte folgendes Beispiel: Dies ist der Chart der Allianz-Aktie, die bis Ende 2005 einen deutlichen Kursanstieg verzeichnete. Mit einem Chartanalysetool (www.tradesignalonline.de) werden die Retracements eingezeichnet.

(Quelle: tradesignalonline.de)

Die Korrektur stoppte bei etwa 112, was auch dem Widerstandsbereich aus dem August/September 2005 entspricht.